Heute kommt mal eine längere Zusammenfassung von meinen Tagen in Canberra. Aber nicht (nur.. 😉 ), weil ich zu faul war zum Schreiben, sondern hauptsächlich, weil Canberra zwar super interessant war, meine Tage aber hauptsächlich aus Museumsbesuchen bestanden – also nicht unbedingt blog-worthy sind… 😉 Aber immer der Reihe nach:
Tag 24: Die erste Busfahrt 😉
Ab jetzt wird alles mit dem Bus erkundet! Bis zum Ende meiner Reise hab‘ ich einen Whim-it-Pass mit den Greyhound Bussen gebucht und kann für 60 Tage in ganz Australien Bus fahren. Auch wenn ich Sydney schweren Herzens verlassen habe, freue ich mich doch auf die nächste Station. Die erste Strecke war nicht ganz so lang und hat mich nach Canberra gebracht. 4 Stunden Fahrt in einem wirklich komfortablen Bus – und viel umweltfreundlicher als Fliegen! 😉
Kaum in Canberra angekommen, bin ich erst mal zum Hostel spaziert. Das war zwar ziemlich teuer, aber das Geld auch definitiv wert! Schon beim Einchecken hab ich das Schild mit „Pool + Sauna“ gesehen… 😉
Weil ich aber erstmal etwas von der Stadt sehen wollte, bin ich schnell wieder raus – aber dann gleich in’s nächste Museum, weil’s recht kalt war. Das Canberra Museum war aber der perfekte Ort zum Starten. Der Grundstein für die Erkundung der Stadt kann hier gelegt werden – Geschichte, Architektur, First Nations – von allem ist ein bisschen dabei. Und obendrauf gab’s noch eine kleine Ausstellung über den lokalen Radiosender, der anscheinend ziemlich wichtig für die Stadt ist. Leider hab‘ ich irgendwie komplett vergessen, Fotos zu machen – dafür kommen später mehr! 😉
Am Abend bin ich dann mit 2 Mädels aus meinem komfortablen 4-Bett Zimmer in die Sauna gegangen – und ganz kurz haben wir uns sogar in den eiskalten Swimmingpool getraut… 😉 Dann noch kurz was gekocht und ab in’s Bett.
Tag 25: Irgendwie gibt’s hier mehr als ein Parlament…
Für was ist Canberra hauptsächlich bekannt? Natürlich dafür, dass es die Haupstadt und damit der Regierungssitz Australiens ist. Und als gute Politkstudentin muss ich da natürlich hin – und mir mal das Parlament anschauen. Also hab ich mich nach einem relativ ausgedehnten Frühstück auf den Weg gemacht, und gleich mal entdeckt, dass Canberra einen gratis Touri-Bus hat. Top-Sache, vor allem, wenn man wie ich im Winter da ist… 😉
Also rein da und auf zum Parlament:

Damit man da überhaupt rein darf, wird man erstmal gefilzt wie am Flughafen. Und dann steht man da in einer eigentlich gar nicht wirklich beeindruckenden Halle…

Der Marmor ist von überall aus Europa, um die Wurzeln der Siedler zu betonen – ich glaub‘ eher, dass die in Australien einfach keinen gefunden haben… 😉
Ich hatte Glück, denn 10 Minuten nach meiner Ankunft sollte eine gratis Tour starten – und da bin ich immer dabei. Also bin ich mit einer netten Tourguide und gefühlt 10 Familien losgetartet. Erst jetzt hat sich mir auch erschlossen, warum so viel los ist – die Kinder haben hier zur Zeit Winterferien und viele fahren mit ihren Eltern in den Urlaub. Aha, ok – also eine Woche mit vielen Kindern in den Museen. Aber immerhin besser als mit vielen Schulklassen… 😉
Als erstes sind wir in die große Halle, in der auch Staatsempfänge und andere große Events abgehalten werden.

Gar nicht mal so groß.. 😉 Anscheinend ist der Wandteppich da hinten aber der größte Wnadteppich der Welt.
Weiter ging’s in den Sitzungsraum des Repräsentantenhauses. Ich persönlich fand ja die Ausführungen über das australische Regierungssystem am Spannendsten, aber das erspar‘ ich euch hier! 😉

Der Saal ist deshalb in Grün gehalten, weil das die Eukalyptusbäume symbolisieren soll, während der Saal des Senats rot ist, was für die Erde steht.

Zum Schluss ging’s dann noch hinauf auf den Hügel. Das Parlament wurde nämlich gewissermaßen in einen Hügel gebaut, weil man nicht wollte, dass die Politiker über dem Volk sitzen. Blöderweise war aber an der Spitze des Dreiecks, wo das Parlament hin sollte, weil Stadtplaner eine große Vision hatten, ein Hügel… Also hat man das da hineingebaut – eh klar!

Mein Ziel waren 2 Museen pro Tag, also wollte ich noch eines anschauen. Und mein nächstes Ziel war wieder ein Parlament. Wie geht das, fragt ihr euch? Als Canberra gebaut wurde, war zuerst ein provisorisches Parlament angedacht, bis das große, neue fertig war. Ganz bewusse sollte es nicht schön sein, damit die Bevölkerung nicht gegen einen Abriss haben würde. Irgendwie steht’s aber immer noch – und jetzt ist das Museum for Australian Democracy drinnen. Und weil man mich mit so einem Namen definitiv locken kann, bin ich da hin.
Dort gab’s zwei weitere Säle zu bewundern – aber noch viel mehr!


Ich war vor allem begeistert davon, wie realistisch die alten Büros und Räumlichkeiten der Regierung und der Politiker erhalten und gezeigt wurden. Man kann fast überall frei durchgehen und sogar sitzen…
Das ist das ehemalige Büro des Premierministers – sehr 60er Jahre Style würde ich sagen. 🙂

Weil ich den tollen Touri-Bus zum Zurückfahren leider verpasst habe, bin ich dann zu Fuß über die Brücke über den Lake Burley Griffin – schweinekalt, aber ob des geilen Abendrots durchaus die gefrorenen Zehen wert!

Am Abend gab’s diesmal zwar keine Sauna, aber dafür eine ziemlich gute Pizza. Wer hätte es geglaubt – Vapiano schmeckt auch am anderen Ende der Welt fast genau gleich, obwohl das System im Restaurant komplett anders funktioniert…
Tag 26: Hat hier wer Museum gesagt?
Wie schon erwähnt gibt’s davon einige in Canberra – und wer mich kennt, weiß dass ich die am Liebsten alle angeschaut hätte… Also bin ich am Donnerstag in der Früh wieder mit dem Touri-Bus in Richtung der Uni von Canberra gefahren. Der Campus ist so anders wie in Europa, mich würd‘ echt interessieren, wie das Studieren da ist. Die Gebäude haben höchstens 2 Stockwerke und sind recht weit verstreut aber doch auf einem Campus. Dazwischen sind überall Wohngebäude der Studenten und andere Gemeinschaftsgebäude etc. Aber ich wollte ja weiter zum Australian National Museum…

Insgesamt gibt es 4 fixe Ausstellungen und eine temporäre des Chinesischen Staatsmusems. Vor allem die Ausstellung über chinesische Schriftzeichen hat es mir angetan:

Aber auch die Ausstellung über die First Nations war sehr schön gestaltet. Besonders toll fand ich den Teil, der jede größere Stadt in Australien näher beschreibt, mit geschichtlichem Hintergrund, Geschichte der First Nations in dem Gebiet und die heutige Stadt beschreibt.

Danach ging’s in das Gebäude, auf das ich mich wahrscheinlich am Meisten gefreut habe: die Australian National Library!

Und mal wieder hatte ich echt großes Glück: es gibt genau eine Führung in der Woche, und die begann 20 Minuten, nachdem ich dort angekommen war. Also konnte ich nicht nur durch die öffentlich zugänglichen Gallerien gehen, sondern auch hinter die Kulissen schauen.

Auch die neuste Technik durften wir bewundern – einen Hilfsroboter! 😉

Und sogar eine klitzekleine deutsche Abteilung gibt es – allerdings ist die sehr durcheinander und nicht wirklich systematisch zusammengestellt…

Beim Hinausgehen war das Gebäude noch schöner!

Am Abend gab’s dann nur noch ein kleines Abendessen mit den Mädels vom Zimmer im Hostel – war aber auch super nett!
Tag 27: The Great War Memorial
Und schon war mein letzter voller Tag in Canberra angebrochen – dabei gäb’s noch sooo viel zu sehen. Aber das spar‘ ich mir für’s nächste Mal auf, wenn’s wärmer ist! 😉
Als erstes ging’s am Freitag für mich zur National Capital Exhibition, die die Geschichte der Hauptstadt im politischen Sinne näher erklärt.

Die Ausstellung war zwar spannend, aber nach den drei Tagen davor war auch nicht mehr mega viel Neues dabei… 😉 Aber die Visualisierung der Ideen der Stadtplaner war echt cool!
Und die Aussicht war auch nicht von schlechten Eltern!

Dann ging’s in eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten – das War Memorial. Alleine schon die Allee hinauf, die gesäumt von ganz vielen kleinen Denkmälern ist, ist einen Spaziergang wert…



Das eigentliche Memorial ist ein riesen Komplex, mit Museen über Australien in beiden Weltkriegen inklusive einer riesen Halle mit Flugzeugen, Schiffen und Shows über die Marine und die Airforce im Krieg. Ich fand’s fast schon ein bisserl kriegsverherrlichend, aber ich bin ja auch überzeugte Pazifistin…


Zugegebenermaßen: von außen ist das Gebäude ziemlich imposant!




Tag 28: Canberra – Newcastle
Am Samstag ging’s dann gegen Mittag mit dem Bus die 4 Stunden zurück nach Sydney. Dort hatte ich ein bisschen mehr als 2 Stunden zum umsteigen – reichlich Zeit, um was zu essen, aber leider zu wenig, um irgendetwas anderes zu machen… Dafür hab ich im Bus Fotos bearbeitet, Netflix geschaut und den Rest der Reise geplant. Zumindest mal bis zu meinen Tagen in Hervey Bay bei Tante Waltraut und Onkel Cherry – was danach exakt kommt, wird sich noch herausstellen… 😉 In Newcastle angekommen hab ich mir mir einem Mädel aus dem Bus ein Uber zum Hostel geteilt – das ist ganz nah am Strand! 🙂 Am Abend war dann nicht mehr viel Zeit für irgendwas, aber wir waren noch hungrig und sind fündig geworden – Lasagne, weil die Pizza in der Pizzeria ausverkauft war… 😉
Jetzt stehen mal zwei Nächte in Newcastle an und danach eine in Port Maquarie. Und dann geht’s mit dem Nachtbus in die Backpacker-Metropole Byron Bay! 😉
Inzwischen alles Liebe von der Ostküste – wo das Wetter hoffentlich bald wärmer wird! 😉
XOXO,
Nina
