Den Mount Wellington hatte ich schon die ganzen Tage in Hobart von überall aus gesehen – das ist quasi der Hausberg, mit einer megageilen Aussicht. Und weil das Hostel insofern ziemlich cool war und gratis Touren angeboten hat, sind wir am Donnerstag in der Früh mit dem Hostelbus da raufgestartet. Leider hatten wir aber den Morgen mit dem schlechtesten Wetter erwischt und der Wind da oben war wirklich eisig. Die Aussicht war aber echt wie versprochen grandios!

Und sogar ein bisschen richtige Wintergefühle sind aufgekommen! Während daheim die Hitze des Jahrtausends herrscht, kann ich von mir jetzt behaupten, Schnee in Australien gesehen zu haben! 😉

Vom Gipfel sind wir dann aber recht schnell wieder mit dem Bus runter. Eigentlich war geplant, dass ich mit den amerikanischen Mädels runterwander, das haben wir dann aber ganz schnell verworfen… 🙂 Dafür hat der Typ vom Hostel mit uns dann einen kleinen „Bushwalk“ gemacht – wir sind also ein bisserl im Wald spazieren gegangen… War aber sehr nett, wenn auch immer noch kalt…
Ich bin im übrigen immer noch voll auf Kurs – bis jetzt habe ich jeden Tag mein 10.000 Schritte pro Tag Ziel weit überboten!
Zum Aufwärmen ging’s dann mit einer ganzen Mädelsgruppe in die Stadt zu Kaffee und Kuchen – bzw. Salamisandwich. Und weil wir noch so viel in Hobart zu erleben hatten, sind wir zum Royalen Botanischen Garten von Tasmanien spaziert – sehr empfehlenswert!

Der Garten hat sich, wie die Uni von Tasmanien, auf die Erforschung der Antarktis spezialisiert und daher sind dort Pflanzen zu sehen, die sonst nur dort vorkommen. Wirklich spannend zum Anschauen sind die aber nicht – sehr moosig halt, und klein….
Der Rest des Gartens ist aber wirklich bewundernswert! Viele Pflanzen, die nur in Tasmanien und Neuseeland heimisch sind und auch ganz viele andere kann man bewundern – die Landschaft ist aber das eigentliche Highlight… 😉

Auf einem Hügel gelegen, kann man die ganze Bucht um vor Hobart bewundern – wirklich sehr schön!



Danach ging’s nach Battery Point – das Nobelviertel von Hobart! Die ganzen alten Häuser dort erinnern sehr stark an England, ein bisschen Heimweh hatten die befreiten Gefangengen also wohl doch…

Nach einem schnellen Abendessen in einem vietnamesichen Imbiss sind wir dann in’s Hostel, wo noch ein bisserl Beer Pong am Programm stand… 😉 Ich bin dann aber nicht zu spät ins Bett, weil ich für den nächsten Tag eine große Tour gebucht hatte:
Tag 13: Port Arthur und die Tasmanische Halbinsel
Um kurz nach 7 hab ich Izzy aus England im Bad getroffen, die zufälligerweise auch die gleiche Tour wie ich gebucht hatte. Sie war auch gestern schon mit am Mt. Wellington und im Botanischen Garten – super Voraussetzungen also für die Tour! 🙂
Der Tourguide war auch recht nett, hat aber super viele G’schichteln erzählt, bei denen ich mir echt nicht sicher bin, was da stimmt… 😉
Als erstes ging’s nach Richmond, die ehemals zweitgrößte Stadt Tasmaniens, die jetzt fast ausgestorben ist und von den Chinesen aufgekauft wird. Zum Anschauen ist sie aber immer noch sehr nett!


Dann ging’s weiter auf die Tasmanische Halbinsel mit ihren unglaublichen Aussichtspunkten. Es ist aber eigentlich vollkommen wurscht, wo man stehen bleibt – da ist’s überall schön!

Ein Highlight war der Abstecher zum Tasmanian Arch, auch Devil’s Kitchen genannt. Die Natur dort ist echt gewaltig!



Ab Mittag stand dann das eigentliche Ziel der Tour an: Port Arthur. Eine Strafgefangengenkolonie, gelegen auf einer Halbinsel, die nur durch einen 100 Meter breiten Sandstreifen mit dem Rest der Insel verbunden ist. Ein super Ort also, um dort ein ausbruchssicheres Gefängnis hinzubauen. Dorthin kamen aber nicht alle, sondern nur die ganz harten Jungs. Geöffnet war das Lager auch nur knapp 50 Jahre, dann ist den Briten selber aufgefallen, dass das ein bisserl sehr hart ist. Danach gab’s 2 große Waldbrände, die fast alles zerstört haben – trotzdem ist der Besuch der Ruinen sehr spannend.


Wir hatten mehr als 4 Stunden, um das ganze Areal zu erkunden – und die brauchten wir auch! Alle noch erhaltenen Gebäude sind frei zugänglich und mit ganz viel Information versehen, sodass man sich alles gut vorstellen kann. Und weil auch das Wetter so grau war, war die ganze Stimmung auf der Insel sehr dramatisch…


Zusätzlich gab’s dann noch eine Hafenrundfahrt durch den natürlichen Hafen, der zu der Anlage gehört. Die Insel der Toten war recht gruselig und vor allem das Jungengefängnis auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht war sehr bedrückend! Jungs ab dem Alter von 9 Jahren wurden von England hierher geschickt, um einzusitzen – für oft mehr als 10 Jahre. Und nach nicht allzu langer Zeit wurden dann auch die bösen Kids der freien Bewohner Tasmaniens dorthin geschickt – eine echt harte Vorstellung.

Als letztes ging’s dann noch beim Memorial vorbei – dort wird den Opfern der einzigen Massenschießerei Australiens gedacht. Im April 1996 eröffnete ein Irrer mitten im australischen Sommer das Feuer im Café der Anlage. 35 Menschen sind dabei gestorben. Das Massaker gilt quasi als das 9/11 von Australien. Was man aus dem Desaster aber mitnehmen kann, ist, dass es seither in Australien keine Massenschießerei mehr gegeben hat – weil die Gesetze umgehend angepasst wurden und es jetzt super schwer ist, an halbautomatische und automatische Waffen zu kommen.

Alles in allem war’s ein beeindruckender, aber auch bedrückender Besuch auf der Insel.

Am Abend ging’s dann heiterer weiter – am Hafen in Hobart gab’s einen Streetfoodmarkt, den wir natürlich auch erkunden mussten. Angefangen von Langos bis hin zu Banh Mi gab’s alles, was das Herz begehrte! Und zum Abschluss unserer Tage in Hobart ging ich dann noch mit den 3 amerikanischen Mädels in die Hobart Brewery, um den Abend zu begießen!
Jetzt geht’s quasi aus der Provinz in die Großstadt – Sydney ruft! Und von da gibt’s sicher viel zu erzählen und noch mehr Fotos! 😉
Alles Liebe,
Nina
