Weil ich es jetzt leider so lange nicht geschaft habe, mich zu melden, gibt’s heute gleich 3 Tage Tasmanien in einem Blogpost – Enjoy! 😉
Schweren Herzens machte ich mich Montag in der Früh auf den Weg zum Flughafen in Melbourne. Die Stadt wollte mich anscheinend eh dabehalten, weil mein Flug nach Hobart über eine Stunde verspätet war. Und mit mir schon am Gate eine ganze Rugby-Mannschaft mit lauter 15-jährigen Burschen gewartet hat – und welch Überaschung, natürlich waren die auch auf meinem Flug… 😉 Dafür war schon der Anflug nach Tasmanien wirklich beeindruckend – und glücklicherweise wolkenlos!

Danach bin ich mit dem Bus zum Hostel, hab eingechekt und bin noch ein bisschen die Stadt erkunden gegangen. Weil’s leider recht kalt war, bin ich dann einfach in’s „erstbeste“ Museum rein, über das ich gestolpert bin – das Maritime Museum of Tasmania. Das hat sich dann aber als wirklich interessant herausgestellt, vor allem die Sonderausstellung über Schiffsunglücke vor Tasmanien. Und da gab’s einige, das lasst euch sagen. Das interessanteste für mich war das „Tasman Bridge Disaster“, als ein Kapitän mit seinem Containerschiff mehrere Pfeiler der Tasman Bridge rammte und das Schiff unterging und die Brücke einstrürzte. Nicht nur starben bei dem Unglück 11 Menschen, Anfang 1975 war dann auch halb Hobart einfach von der anderen Seite getrennt, unter anderem auch vom Flughafen. Es dauerte drei Jahre, bis die Brücke wieder renoviert war und die neue Brücke hat am Ende einen kleinen Knicks, weil man um das Schiffswrack herumbauen musste – spannende Sache!
Neben spannenden Geschichten gab’s auch Kunst aus Walknochen und Haifischzähnen:

Am Abend ging’s dann nach einer grandiosen Pizza am Salamanca-Place zum Hostel – und die Nacht war nicht einfach. Im Zimmer hatte es sicher nicht mehr als 10 Grad und selbst die lange Hose und der Pulli zum schlafen waren nicht genug. Tasmanien steht nicht so auf Heizungen… und ist auch nicht wirklich auf Touris im Winter eingestellt… aber naja, Schwamm drüber, irgendwann war’s in der Früh und ich bin dann in die heiße Dusche gesprungen! 😉
Tag 10: The Cascades
Was gibt es besseres, um sich aufzuwärmen, als einen langen Spaziergang?! Also hab ich mich am Vormittag aufgemacht, um die Sehenswürdigkeiten der Cascades zu erkunden. Nach knapp 1,5 Stunden eigentlich schon fast Wanderung bin ich bei der alten Female Factory vorbeigekommen, von der leider nicht mehr viel übrig ist. Weil die nächste Führung aber erst um 1 war, ging ich in der zwischenzeit auf Fotosafari in der Umgebung. 😉

Und lasst euch von dem blauen Himmel nicht täuschen – es war trotzdem saukalt!
Um 1 ging’s dann endlich zur Führung durch das alte Frauengefängnis. Tasmanien wurde als Strafgefangenenkolonie des Empires gegründet und da kamen natürlich auch Frauen und Kinder – und weil man die nicht zu den grauslichen Männern stecken kann, brauchen die ein eigenes Gefängnis. Das war aber nicht wirklich besser und die Frauen wurden wirklich schlecht behandelt. In drei Klassen – je nach Verhalten – eingeteilt, mussten sie harte Arbeit verrichten. 12 Stunden am Tag nähen, waschen, spinnen, Socken stopfen – und das unter erbärmlichen Bedingungen und 2 Stunden länger am Tag als die Männer, weil die Arbeit „ja eh nicht so hart“ war.

Es gab eigentlich nur 4 Wege aus dem Gefängnis raus: entweder man wurde geheiratet, man bekam tatsächlich seine Freiheit (das passierte am seltensten…), man kam als „Haussklavin“ zu einer wohlhabenden Familie – oder man starb. Und weil Frauen ja auch immer gleich schwanger werden, wenn ein Wärter sie schief anschaut – Achtung Sarkasmus! – kamen im Gefängnis auch sehr viele Kinder zur Welt. Wie viele von denen dann tatsächlich überlebten, ist gerade die aktuelle Forschung des Instituts dort. Recht zache Geschichte also….

Und weil man auf so viel Ungerechtigkeit mal ein Bier braucht, bin ich dann weiter gezogen zur Cascades Brewery, die älteste Brauerei und das zweitälteste Unternehmen Australiens. Der Tourguide dort war fantastisch – so enthusiastisch hab‘ ich noch nie jemanden über Bier reden gehört. Und ich bin immerhin in Tirol aufgewachsen, und wer meine Familie kennt, weiß was ein Bierenthusiast ist…! 😉

Und weil nach der grandiosen Führung jeder interessiert war, wie das denn jetzt schmeckt, gab’s dann eine Verkostung. Wie waren eine recht illustere Runde, 3 amerikanische Mädels von denen ihr noch mehr hören werdet und ein Pärchen aus Melbourne – die kommen auch nochmal vor… 😉 Das Bier schmeckte übrigens fantastisch, und der Cider noch besser!

Danach ging’s gemeinsam mit den amerikanischen Mädels per Uber zurück in die Stadt. Weil ich aber zu faul zum Kochen war, ging’s wieder in die Innenstadt und am Salamanca-Place in ein super nettes Burgerlokal. Und wer war da?! Das Pärchen aus Melbourne! 😉 Und weil Trivia-Night war, formten wir kurzerhand ein Team und wurden respektable Vierte im Pubquiz.
Tag 11: MONA
Jeden, den ich in Tasmanien kennengelernt hatte oder der irgendwann dort war, hat gesagt, dass MONA ein Muss ist. Ein Museum, von einem reichen Philanthropen – Gerüchte gehen herum, dass er sein gesamtes Vermögen beim Pokern gewonnen hat – einfach so an den Stadtrand von Hobart gebaut worden ist. Was drinnen ist?! Alles! Hauptsächlich moderne Kunst, aber was ist heutzutage schon keine moderne Kunst?!



Das fanzinierendste der Ausstellung war aber eindeutig die Maschine, die künstliche Scheiße herstellt – wirkliche, richtige, stinkende Exkremente! Das Ganze soll eine Parodie auf moderne Kunst sein, weil die ja eigentlich auch künstliche Scheiße ist – aha, lassen wir einfach mal so stehen…!

Nicht nur die Kunst war einzigartig – auch die Aussicht. Das Grundstück muss eines der teuersten in der ganzen Umgebung von Hobart gewesen sein – der Ausblick ist eigentlich unbezahlbar:




Am Nachmittag haben wir diese kleine, eigene Welt dann aber doch verlassen müssen – und weil’s hier eh gegen halb 5 dunkel wird, sind wir einfach gleich Abendessen gegangen… 😉

Den ganzen Tag hab ich im übrigen wieder mit den drei Mädels von gestern verbracht – die wohnen auch in meinem Hostel und sind super drauf! Und zur viert lässt sich Essen auch viel leichter teilen, haben wir festgestellt 😉
Und eine Nachspeise darf natürlich auch nicht fehlen (auch wenn Eis vielleicht nicht gerade passend zur Jahreszeit hier ist und schon gar nicht zu den Temperaturen…)!

Hobart bei Sonnenuntergang ist überigens 10x schöner als Hobart bei Nacht – allerdings ist es hier so früh dunkel, dass man das leider nicht so lange genießen kann…

Am Abend folgte dann noch eine weitere spontane Runde Pubquiz mit den Leuten vom Hostel – Trivia ist hier riesig und jeden Abend gibt’s eine Runde in einem anderen Pub. Ich als Nerd finde, dass man das bei uns auch einführen sollte! 😉
Damit – und vielleicht mit ein, zwei Drinks zum Feiern des letzten Platzes – ging’s dann auch in’s Bett!
Alles Liebe aus Tasmanien,
XOXO
Nina
