Tag 6+7: The Great Ocean Road (21.+22. Juni)

Puuuh, dieser Eintrag kommt etwas verspätet – dafür umso länger und mit doppelt so vielen Fotos! Wo fange ich am besten an?

Tag 6: Ein richtiger Museumstag!

Als erstes will ich festhalten: Ich habe freiwillig Sport um 7 Uhr in der Früh gemacht – und das im Urlaub! 😉 Emily hat ein Fitnessstudio entdeckt, das die ersten vier Sessions gratis anbietet, also sind wir am Freitag um halb 7 in der Früh zu einer Zirkeltraining-Session aufgebrochen. Wirklich zach, aber jede Minute wert – und auch der Spaziergang hin und zurück hat das Aufstehen alleine wett gemacht!

Weil das Wetter am Freitag leider gar nicht gut angesagt war, hab‘ ich mir das beste Museum für den Tag aufgehoben. Ich bin dann mit Audrey, einer aus meinem Hostel-Zimmer, in Richtung Melbourne Museum aufgebrochen – aber die besten Dinge passieren ja bekanntlich ungeplant und so sind wir über das „Old Treasury Building“ gestolpert, wo vorne groß free entry drauf stand. Und weil wir sparsame Studenten sind, haben wir uns gedacht: „Nix wie rein da!“. Und das war’s wirklich wert! Früher waren dort die gesamten Goldreserveren und die ursprüngliche Regierung des Staates Victoria untergebracht – und die hatten richtig viel Gold:

Nach der unerwarteten Unterbrechung am Weg zum großen Museum machten wir dann noch einmal Halt für Kaffee und Mittagessen – und die Stärkung vorm Melbourne Museum war auch gut und nötig. Immerhin ist es das größte Museum in der südlichen Hemisphäre, und sicher auch eines der coolsten! 😉

Vom Eingang aus geht man auf einen Regenwald mitten im Museum zu – zwar künstlich angelegt, aber mit lauter echten Pflanzen und Tieren. Der alleine ist unglaublich und man könnte sich Stunden darinnen aufhalten. Dann gibt’s zwei Flügel – einer ist der Geschichte der First Nations und Australiens gewidmet, der andere ist naturhistorisch. Wir haben mit dem ersten angefangen und vor allem über die Aboriginie-Kunst vieles gesehen und gelernt. Am meisten fasziniert hat mich aber die Ausstellung über die Tiere Australiens und der Welt. Richtig gut gemacht, mit vielen interaktiven Stationen und jeder Menge an Skeletten und lebenden Tieren, die es so nur in Australien gibt.

Nach einem 3D-Kino über die Entstehung von Vulkanen, einer Probe für die Verlehung von einem Preis am Abend und einer interaktiven Ausstellung darüber, wie der Staat Victoria es schaffen will, keine Verkehrstoten mehr zur haben, hatte ich dann noch einen wunderbaren Abendspaziergang zum Hostel und ein nettes Abendessen und ein paar Getränke mit den anderen in der Hostelbar. Allzuspät ging’s aber nicht ins Bett, weil:

Tag 7: The Great Ocean Road

Am Samtag hieß es früh aufstehen – um Viertel nach 7 war Abfahrt zur Tour zur Great Ocean Road und den 12 Aposteln! Die erste Stunde der Fahrt hab ich dann doch noch ein bisschen Schlaf aufgeholt, so Reisen kann ganz schön anstrengend sein… 🙂

Dann erwarteten uns Entlang der Surfer’s Coast wunderbare Strände und Aussichten und der Fahrer Craig war auch gewaltig – weil wir nur eine kleine Gruppe von 12 Leuten waren, konnten wir Halt machen, wann immer wir oder er dachten, dass sich das Lohnen würde. Und deshalb habe ich nun über 200 Fotos von megageilen Stränden, Buchten und Klippen! 😉 Aber keine Sorge, hier gibt’s nur die allerbesten!

Begrüßt wird man an der Great Ocean Road gebührend mit einem Schild – wenn man allerdings nach links unten zum Strand geht, ist die Aussicht doch noch viel schöner!

Der Ausblick bei der Kaffeepause war auch nicht zu verachten:

Unser Tourguide Craig ist selber Biologe und deshalb sehr bemüht, uns die Eigenheiten der australischen Fauna näher zu bringen. Und er hat’s geschafft, wir haben nicht nur Kängurus gesehen:

… sondern auch einen wild lebenden Koala (sogar zwei, aber der andere war fotoscheu..) – der war von uns aber nur halb so beeindruckt wie wir von ihm… 🙂

Und außerdem, wer hat eigentlich behauptet, dass es schwer ist, neue Freunde zu finden, wenn man alleine reist?! 😉

Ja, auch die zwei sind Wildvögel, haben aber recht schnell gecheckt, dass wir Touris Vogelfutter mit haben – das hat einen ziemlichen Auflauf gegeben… 🙂

Die Fahrt war wunderbar, auch wenn’s zwischendurch immer mal wieder getröpfelt hat – dafür haben wir aber auch viele Regenbögen gesehen, und der Schnappschuss aus dem Fenster ist erstaunlicherweise echt gut geworden!

Zu Mittag gab’s Pizza in einem kleinen Ort an der Küste – das Essen selber ist nicht weiter erwähnenswert, aber der Blick auf die Bucht beim Verdauungsspaziergang dafür umso mehr! 😉

Den unteren Spitz der Halbinsel kürzten wir ab, was in einer Fahrt durch den Regenwald resultierte. Craig nahm uns mit auf einen Spaziergang durch den einzigen kühlen Regenwald Australiens – die anderen sind alle nördlicher und damit wärmer. Vor allem die riesigen Eukalyptusbäume sind wahnsinnig beeindruckend!

Auf der anderen Seite der Insel ging’s dann entlang der „Shipwreck Coast“ mit den beeindruckenden Klippen. Natürlich durfte ein Abstecher zu den 12 Aposteln nicht fehlen. Fun Fact: das sind gar nicht 12, sondern je nach zählweise nur 8 oder 9. Einer ist nämlich nur mehr halb da, weil er durch die Erosion „abgebrochen“ ist. Es waren aber auch noch nie 12… Die Einheimischen nannten die Steinformationen „Sow and piglets“ – also Sau und Ferkel. Das klingt aber wenig elegant und als sie vor 100 Jahren die Region touristisch besser vermarkten wollten, wurden die Steine kurzerhand umgetauft – in die Apostel. Und weil die halt meistens zu zwölft kommen, hat sich das einfach so entwickelt… Wie auch immer, der Ausblick ist grandios, auch wenn ob der ganzen Hubschrauber, die die Touris herumfliegen, die Geräuschkulisse eher an einen Flughafen erinnert…

Nach einem kleinen Spaziergang zu den Aussichtspunkten den Klippen entlang ging’s dann wieder zum Bus zurück und der letze Programmpunkt wurde angesteuert: Loch Ard Gorge! Diesen Abschnitt fand ich eigentlich noch viel schöner und beeindruckender als die 12 Apostel – vielleicht auch, weil’s eine tolle Geschichte dazu gibt. Die Loch Ard war ein Schiff, das auf dem Weg von London nach Melbourne war. In einem Sturm sooooo kurz vor’m Ziel kam ging sie unter und fast alle der 54 Passagiere und Seemänner gingen mit ihr. Nur zwei konnten sich in die Höhle retten und wurden dort gefunden und fast unversehrt gerettet. Das Schiff liegt heute noch dort und ist ein beliebter Spot für Taucher.

Danach ging’s „über Land“ wieder Melbourne entgegen – und ich bin am Abend einfach nur fertig, müde aber überglücklich in’s Bett gefallen… 😉

Ach ja: Falls es wen interessiert, wie das denn eigentlich so ausschaut, wenn ich meine Einträge hier schreibe – es gibt schlechtere Orte, würde ich sagen:

Morgen gibt’s wahrscheinlich nur ein kurzes Resümee von heute und der Woche in Melbourne generell, weil ich mich schon recht früh auf den Weg zum Flughafen mache und leider Melboure verlasse – aber Tasmanien ist sicher auch wunderbar (wenn auch schweinekalt zu dieser Jahreszeit… 😉 )!

Alles Liebe aus Melbourne,

Nina

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